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Kiefergelenksdysfunktionen / Craniomandibuläre Dysfunktion

Die craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) ist eine Erkrankung, die sich aus einem Symptomkomplex zusammensetzt, der als deutliches Zivilisationsproblem angesehen werden kann. Bis zu 10% der Bevölkerung sind betroffen. Die CMD kennt verschiedene Ursachen und Erscheinungsformen. Viele CMD-Patienten haben z.B. Abweichungen in ihrer Körperstatik. Dies kann durch Unfälle (auch vermeintlich geringfügiger Art), regelmäßige einseitige körperliche Belastung oder Erkrankungen vielfältiger Art hervorgerufen sein. Eine Blockierung des Sakroiliakalgelenkes oder unbehandelte HWS-Blockierungen können beispielsweise die Bisslage erheblich beeinflussen und sekundär zu Vorkontakten zwischen einzelnen Zähnen oder Zahngruppen führen. Aber es gibt natürlich auch die Umkehrung: Patienten mit z.B. Occlusionsstörungen, entwickeln häufig eine Craniomandibuläre Dysfunktion, die sich im orthopädischen Bereich manifestiert. Besonders häufig sind rezidivierende Blockierungsphänomene im Bereich der Wirbelsäule oder der Sakroiliakalgelenke zu finden.

Patienten, die häufig an den u.g. Beschwerden leiden, oder auch beim Kauen deutliche Knackgeräusche feststellen, haben möglicherweise eine craniomandibuläre Dysfunkion:

-Spannungsschmerzen im Kiefer- und Gesichtsbereich
-Ohrenschmerzen und/oder Ohrgeräusche (Tinnitus)
-Schwindelgefühl
-Nacken-, Schulter- und Rückenschmerzen
-Wirbelsäulen- und Gelenkbeschwerden
-Schlafstörungen, Zähneknirschen, Schnarchen
-Mundöffnungsprobleme und Schmerzen, Knacken oder Knirschen beim Kauen
-usw.

Das Erkrankungsbild der CMD ist in seiner vollen Komplexizität nur dann zu erfassen, wenn eine ganzheitliche Betrachtung des Patienten erfolgt. Die interdisziplinäre Betrachtung der CMD eröffnet therapeutische Möglichkeiten, die Ärzte oder Therapeuten einzelner Fachrichtungen nicht erreichen können. Mehrere Studien konnten mittlerweile die Wirksamkeit der kombinierten zahnärztlichen (Schienen-)Therapie mit zeitgleicher Manualtherapeutischer / Osteopathischer Behandlung belegen. Beispielsweise nach Kraus et al. (1998) wurde bei 80% der CMD-Patienten in der kombinierten Therapie gegenüber 45 % mit alleiniger Aufbissschienentherapie Beschwerdefreiheit erreicht.

Craniomandibuläre Dysfunktion und Wirbelsäule – Aspekte der Wechselwirkung

Das Kiefergelenk als „oberstes Kopfgelenk“ ist Teil einer sehr komplexen, geschlossenen kinematischen Kette. Diese besteht neben dem Kiefergelenk und der direkt für die Bewegung dieses Gelenkes wichtigen Muskulatur aus:


Eine Störung eines Gliedes in der Kette wirkt sich auf allen anderen Glieder dieser Kette aus.

Die wesentliche praktische Auswirkung der CMD auf die Wirbelsäule besteht deshalb einerseits in der Störung der Funktion der Kopfgelenke, anderseits in der Erzeugung von Becken- und Beinfehlern durch Funktionsstörungen der Sakroiliakalgelenke. Nachher entstehen Funktionsstörungen weiterer Gelenke der Wirbelsäule und der Extremitäten, insbesondere, wenn die CMD länger besteht. Mann kann quasi erwarten, dass der menschliche Körper nach einer gewissen Toleranzzeit von einigen Wochen sich in allen Gelenken auf diese Störung einstellt und ein sorgfältig abgestimmtes System vom Kompensationen aufbaut, welches in manchen Fällen sogar erstaunlich lange kompensiert bleibt und erst nach längerer Latenz zu wirklich relevanten klinischen Symptomen führt. Der Einfluss der Körperhaltung auf das craniomandibuläre System


Die Halswirbelsäule (HWS)
Die Stellung der HWS beeinflusst direkt die Ruheposition des Unterkiefers. Physiologisch findet bei jeder Kopfbewegung eine Gegenbewegung des Unterkiefers statt. Chronische Fehlhaltungen und/oder Blockierungen in der HWS können langfristig Schäden im Kiefergelenk verursachen. Fehlstellungen in der HWS führen zu einer veränderten Mundschließbewegung und damit zu einer zusätzlichen Beanspruchung der Kaumuskulatur.


Der Schultergürtel
Der Schultergürtel, bestehend aus den Schlüsselbeinen, den Schulterblättern, dem Brustbein, den oberen Rippen und den Wirbeln des zervikothorakalen Übergangs, ist anatomisch-funktionell eng mit der craniomandibulären Region Verbunden. Wichtige Muskeln, die Dysfunktionen der Anteile des Schultergürtels, auf den Kieferbereich übertragen, sind der M. omohyoideus, der M. sternocleidomastoideus und der M. trapezius.

Aus Osteopathischer Sicht ist weiterhin zu erwähnen, dass verschiedenste viszerale Verbindungen (d.h. der inneren Organen) zum Schultergürtel und zervikothorakalen Übergang bestehen, die ihrerseits auch indirekt den Kiefer beeinflussen können.







Physiotherapie: Schmerzbehandlungen

Das Becken
Kieferfehlstellungen treten oft im Zusammenhang mit Störungen der Körpersymmetrie auf. Häufige Dysfunktionen sind einseitiger Hoch- bzw. Tiefstand des Beckens und/oder eine Beckenverwringung. Becken-fehlstellungen werden durch Muskelzüge, aber auch durch die Spannung der Dura mater spinales bis in die HWS-Kopf-Region fortgesetzt. Hieraus resultieren dann Okklusionsveränderungen.


Das Craniosacrale System
Die minimale, aber klinisch bedeutsame Beweglichkeit der Schädelknochen (6-12 Zyklen pro Minute) wird durch Volumenveränderungen, die bei der Bildung und Resorption des Liquors im Membransystem entstehen, erklärt. Einschränkungen führen zu Störungen im Schädel-bereich und in anderen Körperstrukturen. Vor allem bei Störungen der Ossa temporalia und der Mandibula ist ein Einfluss auf die Kiefergelenksfunktion gegeben. Auch Dysfunktionen des Os sphenoidale können über Vomer und Palatinum die Maxilla beeinflussen und Okklusions-veränderungen bewirken. Die gestörte Beweglichkeit kranialer Knochen hat auch Auswirkungen auf nervale Strukturen (v.a. Hirnnerven), die wiederum zu Fehlspannungen der Muskulatur im Kieferbereich führen können.

Möglichkeiten der Manuellen Therapie / Osteopathie

Das craniomandibuläre System mit seinen knöchernen, faszio-muskulären und ligamentären Anteilen gehört zum Bewegungssystem des Menschen und somit in den Aufgabenbereich der Manualtherapeuten / Osteopathen. Die in der manuellen Funktionsanalyse herausgefundene Belastungssituation im Kiefergelenk (Belastungsvektor) bestimmt in umgekehrter Weise die Therapierichtung. Neben der primären Zielstellung der Schmerzreduktion und Funktionsverbesserung im Kauorgan muss der gesamte Körper in die Behandlung einbezogen werden. Ursache-Folge-Ketten, auch aus peripheren Bereichen, gilt es zu erkennen und zu behandeln. Fehlhaltungen und bestimmte Gewohnheiten müssen bewusst gemacht und beeinflusst werden. Langfristiger Erfolg ist nur dann gewährleistet, wenn der Körper sein natürliches Gleichgewicht wiederfinden kann.


Behandlungstechniken

Entspannung und Dehnung der Muskulatur und Faszien
Craniomandibuläre Dysfunktionen gehen häufig mit Parafunktionen, wie Pressen und Knirschen, einher. Die dabei stattfindende Muskelarbeit wird mit enorm erhöhtem Kraftaufwand und wesentlich länger ausgeführt, als die Muskelaktivität der normalen Kautätigkeit. Diese ständige isometrische Kontraktion führt zur Komprimierung der Blutgefässe mit Ver- und Entsorgungsstörungen im Muskel. Auf Dauer kommt es zu Einschränkung der Leistungsfähigkeit und Ermüdung des Muskels. Auch die übrigen Muskeln der Ursache-Folge-Kette, also auch peripheren Muskeln, müssen detonisiert werden. Mögliche Techniken sind Massage, Postisometrische Relaxation, Myofasziale Techniken (auch für die viszerale Faszien und Aponeurosen), Dehnungen, usw.


Gelenktechniken
Zur Schmerzhemmung, bei kapsulo-ligamentären Bewegungseinschränkungen und/oder zur Dehnung der Kaumuskeln werden Traktion und/oder translatorische Gleitmobilisationen ausgeführt. Zur Behebung von Blockierungen der Wirbelsäule und des Sakroiliakal-gelenkes können neben Mobilisation und Manipulation viele sanfte Techniken (z.B. Muskel Energie Techniken) benutzt werden.


Craniosacrale Osteopathie
Leichter Druck und Zug an Schädelknochen, Membranen und Körperfaszien verbessern die Ausdehnung des craniosacralen Rhythmus. (z.B. Verbesserung der freien Beweglichkeit der Ossa temporalia, der Maxilla, der Mandibula, indirekte Technik zur Behandlung der Kiefergelenke, usw.)

Aktive Übungsbehandlung
Neben der Ausführung von Unterkieferbewegungen dient die ausgeglichene antagonistische Muskelaktivität der Positionierung und Stabilisierung der Kondylen in der Fossa mandibulae (u.A. isometrische Widerstandsübungen, isotonische Übungen, Koordinationsübungen).


Häusliches Übungsprogramm
Für den langfristigen Erfolg der Behandlung sind gezielte Entspannungs- und Dehntechniken, aber auch Übungen zur Koordinationsverbesserung, usw., die der Patient zu Hause durchführt, notwendig.

Aus der bereits beschriebenen gegenseitigen Beeinflussung von Körperhaltung und Kieferposition ergibt sich die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit zwischen Zahnärzten / Kieferorthopäden und Manualtherapeuten / Osteopathen.






Schulterschmerzen

Ivan Tschikanzew

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